BUND Ortsgruppe Walsrode unterstützt die Gründung der BI Walsrode gegen Lagerstättenwasserverpressung in Walsrode H1

 

25.11.2015

Die BUND Ortsgruppe Walsrode hat an der Gründung der BI Walsrode aktiv mitgewirkt und gemeinsam mit der BI Walsrode Ziele und Forderungen formuliert, die sich gegen die Lagerstättenwasserverpressung in Walsrode H1 sowie das unkontrollierte Abfackeln von Erdgas an den Erdgasförderstätten in der Umgebung von Walsrode richten. Auf der Gründungsversammlung der BI Walsrode, an der über 100 interessierte Bürger aus Stadt Walsrode und den umliegegenden Ortschaften teilnahmen, wurden die Ergebnisse einer Recherche der BUND KG Heidekreis/OG Walsrode zur Lagerstättenwasserverpressung in Walsrode H1 vorgestellt. Auf der Versammlung informierten zudem Vertreter von Bürgerinitiativen aus Bötersen, Völkersen und Wittorf über die umfangreichen Gefahren, die mit der Lagerstättenwasserverpressung verbunden sind. Als Sprecher der BI Walsrode wurden Peter Jahnke, Jürgen Hambrock und Sigrid Ahlert gewählt.

Ergebnisse der BUND Recherche zur Lagerstättenwasserverpressung in Walsrode H1

Die derzeitige Situation hinsichtlich der Versenkung von Lagerstättenwasser am Standort Walsrode H1 stellt sich so da:

•Es gibt keine nennenswerten qualitativen und quantitativen Vorgaben von Seiten des LBEG zur Lagerstättenverpressung.

•Eine wirksame Kontrolle der Herkunft der in Walsrode H1 eingebrachten Lagerstättenwässer ist derzeit nicht gegeben.

•Es kann nicht sicher ausgeschlossen werden, dass Lagerstättenwässer aus nicht im Betriebsplan genehmigten Feldesbereichen in Walsrode H1 verpresst werden.

Unsere Forderungen zur Lagerstättenwasserverpressung in Walrode H1

•Sofortiger und nachvollziehbar zu kontrollierender Nachweis der Herkunft und Mengen der Lagerstättenwässer, die in Walsrode H1 verpresst werden. Dies dient zur Sicherstellung, dass wirklich nur Lagerstättenwässer aus den genehmigten Feldesbereichen Walsrode und Söhlingen verpresst werden.

•Umgehende Beschränkung der Betriebsgenehmigung zum Verpressen in Walsrode H1 auf Lagerstättenwässer des Feldesbereiches Walsrode.

•Kein unkontrolliertes Verpressen von Lagerstättenwasser bis 2020 am Standort Walsrode H1 in den Versenkhorizont im Kalkarenit, Beendigung schnellstmöglich.

•Umweltfreundliche Aufbereitung und Entsorgung der Lagerstättenwässer schnellstmöglich.

•Kein Verpressen von Lagerstättenwasser nach 2020 am Standort Walsrode Clusterplatz oder anderen Erdgasförderbohrungen um Walsrode/Idsingen.

•Untersuchung im Umfeld vom Clusterplatz Walsrode nach möglichen Bodenbelastungen. Hierfür umgehend Aufnahme in das aktuelle Untersuchungsprogramm des LBEG.

•Hydrogeologische Untersuchungen im Bereich des potentiell beeinflussten Umfeldes des Versenkhorizonts, um zu prüfen, ob durch das Verpressen eine Grundwasserschädigung erfolgt ist.

Untersuchungen zu seismischen Ereignissen in der Nähe des Clusterplatzes Walsrode

•Zur Zeit 8 seismische Ereignisse durch das seismische Messsystem in Walsrode erfasst.

•Richterstärke: derzeit max. 1,8.

•Epizentren liegen in der Nähe vom Clusterplatz Walsrode bzw. der Gasförderbohrungen in der Umgebung von Walsrode.

•Die Tiefenlage der Beben ist nicht bekannt.

•Ein Zusammenhang mit Erdgasförderung und/oder Lagerstättenwasserverpressung ist wahrscheinlich.

•Die Gefahr des Auftretens von weiteren seismischen Ereignissen, ggfs. auch häufiger und mit stärkerer Amplitude ist gegeben. 

Forderungen infolge der seismischen Ereignisse im Umfeld vom Clusterplatz Walsrode und den Erdgasförderstellen im Bereich Walsrode

•Reduktion von Spannungsveränderungen im Untergrund.

•Verbot von Frackingmaßnahmen.

•Keine maximale Ausnutzung des Gasvorkommens.

•Kein Verpressen von Lagerstättenwasser.

•Umkehr der Beweislast bei Schadensfällen, z.B. als Folge durch Erdgasförderung und Lagerstättenverpressung.



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